Sanofi
Synvisc® versus niedermolekulares Hyaluronan (NM HA)

Studien zeigen, dass die Viskosupplementation mit Synvisc® Schmerzen wirksamer lindert und die Beweglichkeit erfolgreicher bessert als die Viskosupplementation mit gereinigten niedermolekularen Hyaluronanen.1

In einer prospektiven, einfach verblindeten Studie wurden insgesamt 392 Patienten mit einem Ausgangsschmerzwert von ≥ 6 auf einer VAS-Skala von 1–10 entweder in eine Gruppe (n = 199) randomisiert, die mit 3x 2 ml Synvisc® behandelt wurde, oder in eine Behandlungsgruppe, die mit 5x 2 ml Hyalgan (internationaler Handelsname für Hyalart, Molekulargewicht 0,5–0,73 Mio. Dalton) behandelt wurde. Der mittlere Beobachtungszeitraum dieser Studie betrug 12 Monate.2

Die dreimalige Injektion von Synvisc® (2 ml) führte zu einer signifikanten Reduktion des VAS-Scores (52,2 %, 53,7 %, 49,3 % und 44,8 %) über den gesamten Beobachtungszeitraum von 12 Monaten und war zu jedem Zeitpunkt der fünfmaligen Injektion von Hyalgan überlegen.

Die Verbesserung der WOMAC-Subscores Schmerz und körperliche Aktivität war nach 3, 6 und 12 Monaten bei den mit Synvisc® behandelten Patienten ebenfalls signifikant (p = 0,02/p = 0,01/p = 0,007) größer ausgeprägt als bei den mit 5x 2 ml Hyalgan behandelten Patienten.

Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Auftreten von unerwünschten Ereignissen in der Synvisc®-Gruppe und in der Hyalart®-Gruppe (19,7 % vs. 16,9 %, p > 0,05).

Die Studie zeigt, dass beide Behandlungspfade eine signifikante Reduktion der symptomatischen Gonarthroseschmerzen erreichen, jedoch tritt diese Reduktion der Beschwerden bei den mit Synvisc® behandelten Patienten schneller ein und hält zudem deutlich länger an.

Eine prospektive 12-wöchige, doppelblinde, randomisierte Studie in Deutschland verglich die Wirksamkeit und die elastoviskösen Eigenschaften von Synvisc® mit denen eines niedermolekularen Hyaluronans (NM HA, mittleres Molekulargewicht 0,75 Mio. Dalton, Polysaccharid-Konzentration 1 %).3

In dieser Studie wurden 70 Patienten (73 Kniegelenke) für die Behandlung mit drei intraartikulären Injektionen mit entweder 2 ml Synvisc® oder NM HA in wöchentlichen Abständen randomisiert. Die Wirksamkeit (Schmerzen bei Gewichtsbelastung) wurde zu Beginn der Studie und nach 1, 2, 3, 8 und 12 Wochen auf einer 100-mm-Visuellen-Analogskala (VAS) beurteilt.

Bei den mit Synvisc® behandelten Patienten kam es, gemessen anhand von folgenden Wirksamkeitsparametern, zu einer stärkeren Schmerzlinderung als bei den mit NM HA behandelten Patienten:

  • Nach 12 Wochen zeigten die mit Synvisc® behandelten Knie eine signifikant stärkere Besserung (mean) der Schmerzen bei Gewichtsbelastung als die mit NM HA behandelten Patienten, und zwar sowohl in der Bewertung durch die Patienten als auch in der Bewertung durch die Ärzte (von den Patienten bewertete Besserung: 38 mm für Synvisc® und 25 mm für NM HA (p < 0,05); ärztliche Bewertung der Besserung: 39 mm für Synvisc® und 27 mm für NM HA (p < 0,05)).
     
  • Die mittleren Scores der Patienten für den Gesamtschmerz und die schmerzhafteste Kniebewegung waren bei den mit Synvisc® behandelten Patienten ebenfalls signifikant besser als bei den mit NM HA behandelten Patienten (p < 0,05).
     
  • Die vom Arzt beurteilte Gesamtbesserung der Arthrose war bei den mit Synvisc® behandelten Patienten signifikant besser als unter NM HA (mittlere Besserung des VAS-Scores 63 mm für Synvisc® und 49 mm für NM HA; p < 0,05).
     

Es gab zwei Berichte über lokale unerwünschte Ereignisse mit Synvisc® und einen mit NM HA. Die Gesamtinzidenzraten auf der Basis der Injektionen betrugen 1,8 % bzw. 0,9 %, der Unterschied war nicht signifikant. Alle drei Ereignisse klangen ohne Folgen wieder ab.

Eine retrospektive Pilotstudie verglich ebenfalls die Wirksamkeit von Synvisc® und einer NM HA (Molekulargewicht 0,5–0,73 Mio. Dalton).4 In dieser Studie wurden 200 Patienten, die eine der beiden Therapien zur Linderung der Schmerzen bei Gonarthrose erhalten hatten, gebeten, einen Fragebogen über ihre Erfahrungen mit der Behandlung auszufüllen. 57 Patienten, die Synvisc® erhalten hatten, und 42 Patienten, die mit NM HA behandelt worden waren, nahmen an der Erhebung teil.

Die Behandlung mit beiden Präparaten führte zu wesentlichen Besserungen hinsichtlich der Ruheschmerzen, der Schmerzen bei körperlicher Aktivität, der Beweglichkeit und dem nächtlichen Aufwachen gegenüber den Ausgangswerten. Die mit Synvisc® behandelten Patienten zeigten jedoch eine stärkere Gesamtbesserung:

  • Synvisc® linderte die Schmerzen bei körperlicher Aktivität mit Gewichtsbelastung signifikant besser als NM HA (mittlere Reduktion 3,97 versus 2,40 für NM HA; p = 0,017).
     
  • Synvisc® führte im Vergleich zu NM HA zu einer signifikant stärkeren Reduktion der Nächte pro Woche, in denen der Patient durch Schmerzen aufwachte (mittlere Reduktion der Nächte/Woche 2,51 für Synvisc® versus 0,54 für NM HA; p < 0,002).
     
  • Im Vergleich zu den mit NM HA behandelten Patienten bewerteten die mit Synvisc® behandelten Patienten die Behandlung häufiger als hilfreich (63,2 % versus 52,4 %).
     
  • Insgesamt berichteten 10 der 57 mit Synvisc® behandelten Patienten über Schmerzen nach der Injektion, die in den meisten Fallen nur leicht ausgeprägt waren, verglichen mit neun der 42 mit LMW HA behandelten Patienten.
     
  • Außerdem berichteten vier Patienten in der Synvisc®- bzw. zwei Patienten der LMW HA-Gruppe über einen Hautausschlag nach der Injektion und ein Patient in jeder Gruppe klagte über ein Erythem.


Der Vergleich der viskoelastischen Eigenschaften von Synvisc® und NM HA ergab, dass Synvisc® bei allen getesteten Frequenzen eine höhere Elastizität und Viskosität als NM HA hat. Diese Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die schmerzlindernden Wirkungen der Viskosupplementation direkt mit der Viskoelastizität der zur Behandlung verwendeten Substanz zusammenhängen.

Andere Quellen berichten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Sicherheits- und Wirksamkeitsprofilen von Hylanen und niedermolekularen Hyaluronsäuren. Die methodologische Herangehensweise lässt jedoch darauf schließen, dass die Ergebnisse nicht als robust einzustufen sind.5

In einer Studie mit 210 Patienten, die im einwöchigen Abstand 3 Injektionen entweder einer niedermolekularen Hyaluronsäure, eines Hylans oder eines Placebos erhielten, konnte bei der Hylangruppe eine konsistent bessere Wirksamkeit als bei der Gruppe der niedermolekularen Hyaluronsäure im Follow-up nach 12 und 26 Wochen nachgewiesen werden.6 Diese Differenzen waren jedoch statistisch nicht signifikant. Beide Behandlungsgruppen zeigten nach 52 Wochen eine statistisch signifikant bessere Wirksamkeit als Placebo. Die Resultate der niedermolekularen Hyaluronsäuregruppe und der Hylangruppe liegen nur gepoolt vor, so dass über die Intergruppendifferenz keine Aussage getroffen werden kann.

Eine 26-wöchige Studie mit 660 Patienten kommt zu dem Ergebnis, dass es keine Unterschiede in der Wirksamkeit von Hylanen und niedermolekularen Hyaluronsäuren gibt.7 In diese Studie wurden sowohl Patienten mit einem sehr niedrigen als auch Patienten mit einem sehr hohen Schmerzgrad eingeschlossen, wodurch ein signifikanter Grad an Heterogenität in der Studienpopulation entstand. Zusätzlich wurde nur bei 50 % der Patienten ein Follow-up nach 3 Monaten durchgeführt. Diese methodologische Besonderheit wird jedoch von den Autoren nicht erklärt.

1Wobig M, Bach G, Beks P, Dickhut A, Runzheimer J, Schwieger G, et al. The role of elastoviscosity in the effi cacy of viscosupplementation for osteoarthritis of the knee: a comparison of hylan G-F 20 and a lowermolecular-weight hyaluronan. Clin Ther 1999;21(9):1549-62.; Pritchard CH, Sripada P, Bankes PF, Smith DG, Schneider D. A retrospective comparison of the effi cacy and tolerability of sodium hyaluronate and hylan G-F 20 in the treatment of osteoarthritis of the knee. J Musculoskeletal Res 2002;6:197-205.; Raman R, Dutta A. Efficacy of Hylan G-F 20 and Sodium Hyaluronate in the treatment of osteoarthritis of the knee – a prospective randomized clinical trial. Knee. 2008 Aug;15(4):318-24. doi: 10.1016/j.knee.2008.02.012. Epub 2008 Apr 21.
2Raman R, Dutta A. Efficacy of Hylan G-F 20 and Sodium Hyaluronate in the treatment of osteoarthritis of the knee -- a prospective randomized clinical trial. Knee. 2008 Aug;15(4):318-24. doi: 10.1016/j.knee.2008.02.012. Epub 2008 Apr 21.
3Wobig M, Bach G, Beks P, Dickhut A, Runzheimer J, Schwieger G, et al. The role of elastoviscosity in the effi cacy of viscosupplementation for osteoarthritis of the knee: a comparison of hylan G-F 20 and a lowermolecular-weight hyaluronan. Clin Ther 1999;21(9):1549-62.
4Pritchard CH, Sripada P, Bankes PF, Smith DG, Schneider D. A retrospective comparison of the efficacy and tolerability of sodium hyaluronate and hylan G-F 20 in the treatment of osteoarthritis of the knee. J Musculoskeletal Res 2002;6:197-205.
5Karlsson J, Sjogren S, Lohmander LS. Comparison of two hyaluronan drugs and placebo in patients with knee osteoarthritis. A controlled, randomized, double-blind, parallel-design multicentre study. Rheumatology 2002;41:1240-8.; Juni P, Reichenbach S, Trelle S. Tschannen B, Wandel S, et al. Effi cacy and safety of intraarticular hylan or hyaluronic acids for osteoarthritis of the knee. Arthritis Rheum 2007;56(11):3610-9.
6Karlsson J, Sjogren S, Lohmander LS. Comparison of two hyaluronan drugs and placebo in patients with knee osteoarthritis. A controlled, randomized, Juni P, Reichenbach S, Trelle S. Tschannen B, Wandel S, et al. Effi cacy and safety of intraarticular hylan or hyaluronic acids for osteoarthritis of the knee. Arthritis Rheum 2007;56(11):3610-9.

X