Sanofi
Knie

Die Injektion/Punktion des Kniegelenkes kann über verschiedene Zugänge erfolgen. Im Folgenden werden eine Punktion am gestreckten Knie und die Injektion am gebeugten Knie exemplarisch dargestellt.

Punktion/Injektion am gestreckten Kniegelenk

Die Punktion des Kniegelenkes erfolgt in der Regel am gestreckten Kniegelenk von lateral her, da hier die Möglichkeit besteht, durch Kompression des oberen und unteren Recessus (ggf. durch eine Helferin) einen möglichst großen Teil des Gelenkergusses punktieren zu können.

Die Patientin/der Patient liegt dabei in Rückenlage entspannt auf einer Untersuchungsliege. Es erfolgen die orientierende Palpation des Kniegelenkes und die Markierung des Injektionspunktes, z. B. mit einer versenkten Kugelschreiberspitze. Im Anschluss daran folgt die sorgsame Desinfektion des Areals, entweder mittels Wischtechnik unter Verwendung steriler Tupfer oder durch Besprühen des Areals in der 360°-Technik. Da bei der Punktion des Kniegelenkes meist ein Erguss von mehr als 10–20 ml zu erwarten ist, ist es gemäß der bestehenden Leitlinie (Bernau 2008) notwendig, neben den obligaten sterilen Handschuhen auch einen Mundschutz zu tragen, da mit einem Spritzenwechsel (Dekonnektion) zu rechnen ist. Bei dem Verdacht auf ein infektiöses oder Hyperurikämie-assoziiertes Geschehen sollten die zur weiteren Untersuchung (Zellzahl, Bakteriologie etc.) notwendigen Gefäße bereitgehalten werden.

Zur Punktion sollte eine 40 mm lange 18–20-G-Injektionskanüle eingesetzt werden, eine Stichinzision ist nicht erforderlich. Nach Mobilisation der Patella nach lateral wird die Injektion von lateral her parallel zur lateralen Patellafacette (30–45°-Winkel) durchgeführt, so dass eine iatrogene Schädigung des Gelenkknorpels vermieden werden kann:

Bei massiven Gelenkergüssen kann die Punktion auch oberhalb der Patella durch Punktion des oberen lateralen Recessus durchgeführt werden. (Es ist natürlich auch möglich, von medial aus zu punktieren, hierbei muss die Patella entsprechend medialisiert bzw. der obere mediale Recessus punktiert werden.)

Nachdem die Gelenkkapsel penetriert wurde, muss die Nadel etwa 0,5 cm vorgeschoben werden, bevor der Erguss aspiriert werden kann. Bei einem etwaigen Wechsel der Spritzen ist auf die Einhaltung der Sterilität zu achten. Das Punktat ist, sofern indiziert, umgehend in die Gefäße zur weiteren Diagnostik zu geben. Sollte sich im Verlauf, trotz weiterhin palpablen Ergusses und korrekter Platzierung der Injektionskanüle, kein Erguss mehr aspirieren lassen, so kann eine Verlegung der Nadelspitze durch einen kurzen Druck auf den Stempel der Spritze (im Sinne einer Injektion) meistens wieder beseitigt werden, um die weitere Aspiration des Gelenkergusses zu ermöglichen. Nach Abschluss der Gelenkpunktion sollte ein steriles Pflaster auf die Eintrittsstelle der Injektionskanüle platziert werden, ein Kompressionsverband ist in vielen Fällen sinnvoll.

Punktion/Injektion am gebeugten Kniegelenk

Neben der oben beschriebenen Injektion/Punktion am gestreckten Knie- gelenk kann auch eine Injektion am gebeugten Kniegelenk von lateral oder medial erfolgen.

(lateral)

(medial)

Hierbei sitzt der Patient auf einer Untersuchungsliege, die Beine hängen herunter (alternativ können beim liegenden Patienten die Beine im 45°-Winkel gebeugt werden).

Als Leitstrukturen zur Lokalisation des Injektionspunktes dienen die proximale Tibia, die laterale/mediale Femurcondyle, das Lig. patellae und die Patella. Die laterale oder mediale Injektion erfolgt dabei über den auch bei der Arthroskopie verwendeten Soft-Spot. Hierzu wird die Nadel etwa in 45°-Winkel eingebracht und in Richtung der Fossa intercondylaris vorgeschoben. Nach initialer Aspiration (zum Ausschluss einer intravasalen Aspiration) bzw. der Punktion eines bestehenden Gelenkergusses kann das jeweilige Therapeutikum appliziert werden. Sollte hierbei ein für die Viskosität des Therapeutikums abnormer Stempeldruck erforderlich sein, kann dieses auf eine extraartikuläre Positionierung oder eine Injektion in den Hoffa-Fettkörper hinweisen, so dass die Positionierung der Nadel zu korrigieren ist. Ebenso können massive Schmerzen des Patienten unter der Injektion ein Hinweis auf eine extraartikuläre Positionierung der Injektionskanüle sein.

Nach der Injektion ist ein entsprechender Wundschnellverband obligat. Die Injektion des Kniegelenkes erfolgt meist mit einer 20–25G Nadel, 40 mm Länge, es können Volumina bis 10 ml injiziert werden.

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