Sanofi
Hüfte

Die Injektion/Punktion des Hüftgelenkes sollte unter sonographischer/radiologischer Kontrolle erfolgen, um eine para-artikuläre Injektion zu vermeiden. In der Praxis hat sich die sonographisch assistierte/kontrollierte Injektion bewährt.

Dabei kann die Injektion entweder über eine Zielvorrichtung des Schallkopfes gesteuert werden, alternativ kann der Injektionspunkt vorab mit dem Ultraschallgerät lokalisiert werden. Bei der Lokalisation des Injektionspunktes hat es sich bewährt, eine zu einem „U“ aufgebogene Büroklammer unter dem Schallkopf zu führen, da hier durch den von dem Draht der Büroklammer ausgelösten Schallschatten das Lot auf den oberen äußeren Quadranten der Gelenkkapsel gefällt werden kann

Es gilt zu beachten, dass die Injektion nicht in den Gelenkspalt erfolgen muss, sondern eine intraartikuläre, d. h. eine Injektion in die Gelenkkapsel erfolgen soll

Lagerung des Patienten

Der Patient wird in Rückenlage gelagert, unter das gleichseitige Kniegelenk sollte eine Rolle gelegt werden, um eine diskrete Hüftbeugung (10–20° Innenrotation des Beines) zu erreichen.

Anatomische Landmarken

  •         Spina iliaca anterior superior
  •         Trochanter major
  •         A. femoralis


Leitstrukturen

  •         Trochanter major
  •         Spina iliaca anterior superior
  •         Symphyse, A. femoralis


Materialien


Injektionskanüle: 70 mm, 20–23 G;

Injektionsvolumen 2–4 ml.


Injektion von lateral

Eignet sich nicht für sehr adipöse Patienten, da hier häufig eine Distanz von > 6 cm zu überwinden ist, bevor die Injektionskanüle intra-artikulär zu liegen kommt. Abbildung 3 zeigt das Set-up einer Bildwandler-gestützten lateralen Injektion.

Vorgehen: Die laterale Injektion sollte unter Bildwandlerkontrolle (Einstellung p. a.) mit einer langen Nadel (70 mm) erfolgen. Dabei wird die Injektionsnadel proximal des Trochanter majors eingestochen und unter ständiger Aspiration in Richtung des Trochanter majors der contralateralen Seite vorgeschoben. Bei der Penetration der Gelenkkapsel kann der injizierende Arzt häufig eine Crepitatio spüren, bevor Synovialflüssigkeit aspiriert werden kann.

Injektion von ventral

Eignet sich auch bei adipösen Patienten, hier ist eine geringere Distanz zwischen Körperoberfläche und Gelenk zu überwinden (3–6 cm) als bei der lateralen Injektion.

Vorgehen: Die ventrale Injektion kann sowohl unter Bildwandlerkontrolle als auch nach sonographischer Bestimmung des Injektionspunktes erfolgen. Vor der i. a. Injektion sollte die A. femoralis markiert werden (Merke: VAN: Vene, Arterie, Nerv von medial nach lateral). Die Injektion sollte mindestens 4 cm lateral der A. femoralis und 3–4 cm unterhalb des Leistenbandes erfolgen. Nach der Bestimmung des Injektionspunktes erfolgt die Desinfektion der Injektionsstelle und anschließend die Injektion. Bei der Injektion wird die Injektionskanüle senkrecht unter ständiger Aspiration vorgeschoben, bis nach Passage der harten Gelenkkapsel Synovialflüssigkeit aspiriert werden kann. Zur Überprüfung der intra-artikulären Positionierung der Injektionskanüle kann eine Injektion von 3 ml NaCl erfolgen, das bei korrekter Positionierung in der Folge aspiriert werden kann, bevor die Wirksubstanz injiziert wird.

Bildwandler-gestützte ventrale Injektion

Ähnlich wie bei der sonographisch gestützten Injektion kann der Injektionspunkt unter BW-Kontrolle vorab markiert werden und die Injektion senkrecht zur Hautoberfläche erfolgen. Die intra-artikuläre Positionierung der Injektionskanüle sollte mit dem Bildwandler entsprechend dokumentiert werden.

Manuelle Ermittlung des Injektionspunktes

Palpation von prox. Trochanter major und Symphyse, ziehen einer horizontalen Verbindungslinie mit einem entsprechenden Stift. Dann vertikale Linie zwischen der Spina iliaca anterior superior und der Patellamitte ziehen. Der Kreuzungspunkt der beiden Linien entspricht dem Injektionspunkt. An diesem Punkt wird die Kanüle in einem Winkel von 50–60° eingestochen und in Richtung leicht nach medial (etwa 5°) unter Aspiration vorangeschoben. Die unkontrollierte i. a. Injektion des Hüftgelenkes sollte dabei erfahrenen „Injektoren“ vorbehalten sein.

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