Sanofi
Schulter

An der Schulter gibt es zahlreiche Pathologien, die eine Injektionsbehandlung/Punktion erforderlich machen. Dabei können neben der Injektion/Punktion des glenohumeralen Gelenkes auch subacromiale Injektionen, Infiltrationen der langen Bizepssehne, Infiltrationen bei einer Tendinitis calcarea oder auch Injektionen des Acromioclavicular-Gelenkes (AC-Gelenk) und des Sternoclavicular-Gelenkes (SC-Gelenk) indiziert sein. Aufgrund der Anatomie der Schulter sollte die aufgrund einer exakten Diagnose oder zur differenzialdiagnostischen Abklärung in Frage kommender Pathologien präzise Injektionen/Punktionen des zu Adressierenden durchgeführt werden, um einen größtmöglichen therapeutischen/diagnostischen Nutzen zu ermöglichen.

Materialien

Injektionskanüle: 40 mm (in Ausnahmefällen bei sehr adipösen Patienten 70 mm) 20–23 G; Injektionsvolumen 2–6 ml.

Wir führen glenohumerale Injektionen/Punktionen nach vorheriger Lokalanästhesie durch.

Zugangswege

An der Schulter wird das glenohumerale Gelenk proximal durch die Rotatorenmanschette „abgedeckt“. Somit muss die glenohumerale Injektion/Punktion unterhalb der Rotatorenmanschette erfolgen. Hierzu kann die Injektion/Punktion entweder von ventral oder von dorsal erfolgen.

Glenohumerale Injektion von ventral

Lagerung des Patienten

Sitzt bequem auf einem Stuhl, der gleichseitige Arm hängt herunter oder wird in den Schoß gelegt.

Vorgehen

Nach Palpation des Processus coracoideus wird ein etwa 1 cm inferior und 1 cm lateral gelegener Punkt als Eintrittspunkt der Injektionskanüle markiert. Die Injektionskanüle wird dann in Richtung der dorsolateralen Ecke des Acromions vorgeschoben, bis die Gelenkkapsel penetriert wird. Wenn keine radiologische Kontrolle möglich ist, sollte unbedingt die Loss-of-resistance-Technik eingesetzt werden, um eine streng intra-artikuläre Injektion gewährleisten zu können. Eine Aspiration von Synovialflüssigkeit bestätigt die korrekte intra-artikuläre Platzierung der Injektionsnadel, ist aber insbesondere am Schultergelenk nicht die Regel.

Glenohumerale Injektion von dorsal

Lagerung des Patienten

Der Patient sollte den jeweiligen Arm im Sitzen (zum Beispiel auf einer Untersuchungsliege) bequem in den Schoß legen.

Vorgehen: Palpation der inferioren dorso-lateralen „Ecke“ des Acromions, von dort etwa 1,5 cm nach distal und 1,5 cm nach medial, hier liegt der Eintrittspunkt der Injektionsnadel, die in Richtung Processus coracoideus eingebracht wird. In der Praxis hat es sich als hilfreich erwiesen, den Zeigefinger der „freien“ Hand auf den Processus coracoideus als „Zielpunkt“ zu legen. Es empfiehlt sich, mit der Loss-of-resistance-Technik zu arbeiten, da eine Aspiration von Synovialflüssigkeit nicht immer möglich ist.

Risiken/Komplikationen der glenohumeralen Injektion/Punktion

Bei Einsatz von Lokalanästhetika kann es bei extra-artikulärer Injektion zu einer passageren Affektion des Plexus brachialis mit vorübergehenden Dysästhesien/Lähmungen des gleichseitigen Armes kommen.

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